Burundi - REMA

Région
Ruyigi

Partenaire
Maison Shalom

Coût du projet (2010-2012)
80 700 euros

Bénéficiaires
Le personnel de l’Hôpital Rema et les patients

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Formation du personnel médical et paramédical de l’Hôpital Rema

Le Burundi reste aujourd’hui un des pays les plus pauvres au monde. Les séquelles de la guère civile qui a ravagé le pays pendant des années demeurent présentes. Il y a peu d’infrastructures hospitalières vraiment fonctionnelles, surtout en-dehors de la capitale. L’Hôpital Rema, cofinancé par CSI, constitue sans aucun doute une grande avancée en matière de soins dans l’est du pays. Or, le Burundi ne souffre pas seulement d’un manque d’hôpitaux, mais le pays manque aussi de personnel médical et paramédical qualifié.


Le projet en bref :

CSI continue d’apporter son soutien à l’Hôpital Rema par un projet de formation du personnel. Un accord de coopération en ce sens a été signé le 15 juin 2009 entre la Maison Shalom, CSI et la Fondation François-Elisabeth. L’objectif est la formation du personnel médical et paramédical de l’Hôpital Rema. Des équipes composées de médecins spécialistes et d’infirmières du Luxembourg animeront deux fois par an des sessions de formation pour leurs collègues burundais. En outre, un programme de formation continue par des spécialistes locaux est prévu.

Am 15. Juni 2009 unterzeichneten Maggy Barankitse, Maison Shalom, Dr. Raymond Lies, Fondation François-Elisabeth, und Roger Nilles, Christian Solidarity International (CSI), einen Partnerschaftsvertrag im Hôpital Kirchberg. Ziel des Vertrags ist es, von 2010 bis 2012 das medizinische Personal des neu eröffneten „Hôpital REMA“, dessen Bau vom Luxemburger Staat und von der ONG CSI mitfinanziert wurde, weiterzubilden. Im Rahmen von zwei Missionsreisen pro Jahr werden Teams mit Ärzten und Pflegern der Fondation François-Elisabeth ehrenamtlich in die Provinz Ruyigi (Burundi) reisen, um dort ihre Kollegen weiterzubilden.

Zum Kontext:

Maggy Barankitse: „Il faut sauver les plus petits...“

Hauptursache für die anhaltende Misere Burundis sind ohne Zweifel die gewaltsamen Machtkämpfe zwischen Hutu und Tutsi, die seit der Unabhängigkeit des Landes von Belgien im Jahr 1962 immer wieder aufflammten. Allein zwischen 1993 und 2005 starben Schätzungen zufolge 250.000 Menschen. Erst nach den demokratischen Wahlen vor fünf Jahren kam das Land allmählich zur Ruhe und die Bevölkerung schöpfte Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Maggy Barankitse, die Gründerin der ONG Maison Shalom, die Trägerin des Hôpital Rema ist, blieb ihrem Land auch in den schweren Kriegszeiten treu. Am 24. Oktober 1993 musste die damalige Sekretärin des Bischofs von Ruyigi mit ansehen, wie 72 Personen, die in den Räumlichkeiten der Diözese Schutz gesucht hatten, von Tutsis grausam hingerichtet wurden. Sie überlebte nur, weil sie selbst Tutsi ist. Sich der Logik des Krieges entgegensetzend, entschied Maggy, die Kinder aufzunehmen, die ihre Eltern durch das Massaker verloren hatten. Zu diesem Zeitpunkt ahnte Maggy wohl noch nicht, dass sie in den kommenden Jahren im Rahmen der von ihr gegründeten ONG Maison Shalom und dank der Unterstützung von zahlreichen ausländischen Hilfswerken über 10.000 Waisenkinder aufnehmen und vielen anderen Kriegsopfern helfen würde. Nach Ende der gewaltsamen Auseinandersetzungen im Jahr 2005 konnten viele Waisenkinder an verbliebene Familienmitglieder vermittelt werden. Nach der  Nothilfe rückte die Umsetzung von so genannten Entwicklungsprojekten zusehends in den Vordergrund. In ihrer Heimatstadt Ruyigi entstanden mit ihrer Hilfe – und u. a. unterstützt von mehreren Luxemburger Nicht-Regierungsorganisationen (vor allem „Bridderlech Deelen“ und Caritas) – eine Farm, eine Autowerkstatt, ein Friseursalon, ein Kino, eine Bibliothek, eine Gaststätte und mehrere kleine Läden.

Der Gedanke, ein Spital in Ruyigi zu errichten, beschäftigte Maggy schon während des Krieges. Denn immer wieder verlor sie eines „ihrer“ Kinder, weil die lokalen Krankenhäuser keine Hilfe leisten konnten. Andere Kinder musste sie für viel Geld im Ausland behandeln lassen. Maggy wollte nicht länger zusehen, dass zahllose Frauen während der Geburt ihres Kindes starben, weil sie nicht die nötigen Mittel hatten, eine Entbindungsstation aufzusuchen.

CSI Lëtzebuerg entschied Ende 2005, den Bau des Hôpital Rema mit insgesamt 900.000 Euro zu fördern. Nach zweijähriger Bauzeit konnte am 22. Januar 2008 die erste Phase des Spitals, die u. a. eine Notaufnahme, eine Krankenstation, eine Geburtenstation, eine Apotheke und ein Laboratorium umfasst, eröffnet werden. Ärzte und Krankenschwestern konnten seither tausenden Patienten helfen, davon vielen, die bisher keinen Zugang zu einer Gesundheitsversorgung hatten. 2009 wurde die zweite Phase des Spitals beendet, deren Herzstück die Chirurgie bildet.

Die Taufe der Neugeborenstation des Krankenhauses auf den Namen der Großherzogin Maria Teresa anlässlich ihres Besuches in Ruyigi an Pfingsten 2009 unterstreicht die Bedeutung des Hôpital Rema in einem Land Afrikas, in dem Gesundheitsversorgung für viele leider weiterhin ein Luxus bleibt.

Zur Partnerschaft:

Vorbereitungsmission im November 2009:

Eine erste Mission fand im November 2009 statt, dies im Vorfeld des offiziellen Startschusses der Zusammenarbeit ab dem 1. Januar 2010. Im Vorfeld waren insgesamt zwölf Paletten mit medizinischem Material nach Burundi geflogen worden. Ziel dieser vorbereitenden Mission war die Einrichtung eines Operationssaales sowie erste operative Eingriffe. Beim Eintreffen des fünfköpfigen Teams, unter der Leitung von Dr. François Schank, wurden die Geräte aufgebaut und in Betrieb genommen. Hier hatte das Team zu Beginn mit größeren Problemen bei der Wasser- und Stromversorgung zu kämpfen, was zu Verzögerungen bei der Installation des Sterilisationsgerätes führte. Nach der Behebung dieser Schwierigkeiten konnte das Team den Operationssaal in Betrieb nehmen und zusammen mit den burundischen Ärzten erste Eingriffe vornehmen.

Erste offizielle Mission im Rahmen der Partnerschaft von 21. März bis zum 4. April 2010:

Die erste offizielle Mission im Rahmen der Partnerschaft fand vom 21. März bis zum 4. April 2010 statt. Die Ärzte und Pfleger aus Luxemburg, die vor Ort ehrenamtlich arbeiten, konnten sich von den Fortschritten der Ärzte vor Ort seit dem letzten Besuch überzeugen. Zwischen beiden Missionen hatten die lokalen Ärzte über 50 Operationen erfolgreich durchgeführt. Des Weiteren wurde der Operationssaal auch für weitere Aktivitäten von ausländischen Ärzten genutzt. So konnten in einer Aktion über 100 Hasenscharten operativ behandelt werden. Dr. Patrick Niriho, Direktor des Hôpital REMA, hat nun zwei weitere Kollegen zur Seite; zusammen versehen sie den Dienst und behandeln die Patienten.  Während des Aufenthaltes des Teams aus Luxemburg konnten sie verschiedene Operationstechniken verfeinern und neue Operationsverfahren erlernen. Auch das restliche Personal des Operationsblocks wurde weitergebildet, um die Abläufe im Block zu optimieren.

Die Weiterbildung des Personals im Hôpital REMA ist der Schlüssel zu einer besseren medizinischen Versorgung der Bevölkerung der Provinz Ruyigi. Um eine umfassende Weiterbildung des Personals zu garantieren, sind neben den Luxemburger Ärzten und Pflegern auch Teams aus Italien, Belgien und Frankreich regelmäßig vor Ort. Dies gewährleistet eine große Kontinuität und die verschiedenen Missionen können aufeinander aufbauen. Die nächste Mission aus Luxemburg findet im November 2010 statt mit dem Fokus Chirurgie und Gynäkologie.

Burundi ist eines der kleinsten und auch eines der ärmsten Länder Afrikas und liegt zwischen Ruanda, der demokratischen Republik Kongo und Tansania.

Lage des Projektes

Seit 2006 hat sich CSI mittels eines vom Staat mitfinanzierten Großprojektes am Bau des „Hôpital REMA“ in Ruyigi beteiligt. Dieses Gebäude befindet sich etwa 2 km vom Zentrum der Stadt entfernt auf dem Hügel Nyamatobo.
Unser Partner

„Maison Shalom“ ist eine burundische Nicht-Regierungsorganisation, die durch die charismatische Art ihrer Gründerin Maggy Barankitse weit über die Grenzen ihres Landes bekannt ist. Die „Maison Shalom“ feierte am 24. Oktober 2009 ihr 15-jähriges Bestehen. Aus einem einfachen Obdach für die ersten, von Maggy Barankitse aufgenommen Kriegswaisen während der ethnischen Massaker in Burundi, ist im Laufe der Jahre ein landesweites Werk mit mehreren Außenstationen geworden. Der Schwerpunkt liegt in Ruyigi. Ständige Kontakte zu zahlreichen Organisationen im Ausland und mehrere internationale Preise haben es Maggy und ihren Mitarbeitern ermöglicht, viele verschiedene Projekte umzusetzen, wobei der Bau des „Hôpital Rema“ das finanziell wohl größte war. (Siehe auch www.maisonshalom.net)
Unser Projekt

Wer ein so enormes Projekt, wie den Bau des „Hôpital Rema“, mitfinanziert, trägt auch eine Mitverantwortung für das gute Funktionierens dieses Spitals. Dies war und ist für CSI ein Anliegen und so wurde nach Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort entschieden, Fort- und Weiterbildungsprogramme für die Mitarbeiter des Spitals anzubieten. Das „Hôpital Rema“ verfügt über alle Abteilungen eines modernen Krankenhauses mit einem Personalbestand von über 120 Personen. Das Projekt sieht vor, durch die Weiterbildungsmaßnahmen des Personals die medizinische und pflegerische Betreuung der Patienten im „Hôpital Rema“ zu verbessern. Durch die Unterzeichung eines Partnerschaftsvertrages zwischen der „Maison Shalom“, der „Fondation François-Elisabeth“ (Hôpital Kirchberg, Clinique Ste-Marie...) und CSI am 15. Juni 2009 wurden die Voraussetzungen für dieses Projekt geschaffen. Zwischen 2010 und 2012 werden insgesamt sechs Mal Teams aus Luxemburg für jeweils zwei Wochen vor Ort sein, um das Personal des Krankenhauses zu schulen.

Dr. François Schank: „Der Unterschied zu Luxemburg ist fundamental!“

Burundi – Das Hôpital REMA in Ruyigi. Viele machen sich tagtäglich aus ihren Hütten in den Bergen rund um Ruyigi auf, um sich dort untersuchen zu lassen und medizinische Hilfe zu bekommen. Mütter mit ihren Kindern, schwangere Frauen, Männer, die sich bei der Arbeit verletzt haben; sie alle kommen zu den drei Ärzten, die im Krankenhaus arbeiten. Einmal im Krankenhaus angekommen, setzen sie sich geduldig in die Wartezonen, bis sie an der Reihe sind und von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Kinder unter fünf Jahre sowie schwangere Frauen und Frauen nach der Entbindung können sich auf Kosten des Staates im REMA behandeln lassen. Nachdem im November 2009 ein Operationssaal unter der Leitung von Dr. François Schank von der Stiftung François-Elisabeth mit Material aus Luxemburg eingerichtet worden war, weilte vom 21. März bis zum 4. April 2010 erneut ein Team aus Luxemburg vor Ort. Zusammen mit Dr. Schank waren Dr. Andrea Polomsky sowie die Assistenten Jean-Yves Nowak, Michael Deichler und Virginie Rivière mit nach Ruyigi gereist, um vor Ort das Personal zu schulen. Täglich waren Operationen angesetzt, bei denen verschiedenste Pathologien operativ behandelt wurden, und auch die Nachsorge und Verpflegung der Wunden wurden geübt. Von 2010 bis 2012 läuft ein Abkommen zwischen CSI, der Stiftung François-Elisabeth und REMA (siehe neben stehenden Artikel). Dazu drei Fragen an Dr. François Schank, medizinischer Verantwortlicher des Abkommens zwischen der Stiftung François-Elisabeth und CSI.

Dr. François Schank, dies ist Ihr vierter Besuch des Hôpital REMA in Ruyigi. Wie haben Sie die Entwicklung dieses Krankenhauses miterlebt?
Rema ist Anfang 2008 eröffnet worden. Im April 2008 und 2009 habe ich an zwei Prospektions-reisen teilgenommen und konnte die Bauarbeiten des Komplexes erleben. Zu dieser Zeit waren noch nicht alle Abteilungen eingerichtet. Die Chirurgie hat 2009 ihren Betrieb aufgenommen und zusammen mit einem Team der Stiftung François-Elisabeth haben wir im November 2009 einen ersten Operationssaal eingerichtet. Nach diversen Schwierigkeiten mit Wasser und Strom, konnten wir gegen Ende unseres zweiwöchigen Aufenthaltes erste Operationen durchführen. Jetzt im März konnten wir einen Anstieg der Operationen und Krankenhausaufenthalte feststellen, so dass wir in eine optimistische Zukunft blicken können.


Welches sind die Unterschiede zu einem Krankenhaus in Luxemburg?
Der Unterschied ist fundamental. In Luxemburg befinden wir uns im Bereich einer Luxusmedizin, dies sowohl auf der Ebene der medizinischen Versorgung als auch des Komforts in den Krankenhäusern. Im Burundi sind wir froh, wenn wir das Nötige tun können. Schwere Krankheiten werden gepflegt, Notfälle mit ihren Komplikationen behandelt. Die Menschen kommen nicht ins Krankenhaus mit Kleinigkeiten oder „Bagatellschäden“. Oft können Behandlungen nicht ausgeführt werden wegen der extremen Armut der Menschen.


Zusammen mit vier weiteren medizinischen Mitarbeitern aus Luxemburg formieren Sie das lokale Personal. Welches sind die Herausforderungen?
Zuerst möchte ich klarstellen, dass wir nicht nach Ruyigi kommen, um dort die Arbeit der lokalen Ärzte und Pfleger zu machen. Unsere Präsenz fokussiert sich auf die Weiterbildung des Personals, sowohl auf theoretischer als auch praktischer Ebene. In der Chirurgie kann man sich nicht auf Zeichnungen beschränken, zusammen mit dem afrikanischem Arzt an der Seite wird operiert und anhand der Operationen erklärt. In Rema arbeiten zurzeit drei Allgemeinmediziner. Einen Spezialisten gibt es dort noch nicht, so dass die Operationen von den drei Ärzten durchgeführt werden. Ich bin erstaunt, dass vier Monate nach der Eröffnung der Operationssaal so gut belegt ist. Wir alle waren erfreut über die Lernbegierigkeit der jungen Afrikaner. Nach unserem Dreijahresprogramm evaluieren wir die Missionen und werden das weitere Vorgehen planen. Patrick de Rond