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Brasilien ist nicht nur Kaffee, Samba und Fußball. Das fünftgrößte Land der Erde gehört zu den zehn führenden Industrienationen und doch ist Brasilien das Land der Extreme. Dem verblüffenden Reichtum von Wenigen steht die gravierende Armut von Vielen gegenüber.
Jugendliche lernen durch den Sport für das Leben
In diesen Tagen schaut die Fußballlandschaft auf Südafrika, wo die Weltmeisterschaft 2010 ausgetragen wird. Mit fünf Weltmeisterschaftstiteln ist Brasilien die weltweit erfolgreichste Fußballnationalmannschaft. Fußball ist der Sport, der am meisten in diesem Land betrieben wird und junge Menschen wie Lucio, Kaká, Pelé, Ronaldo und Ronaldinho aus dem Elend ins internationale Rampenlicht des Sports erhoben hat. Sie sind Vorbilder, wahre Idole für viele Kinder und Jugendliche in den Elendsvierteln der Großstädte.
Wo sie herkommen bestimmen Gewalt, Konflikte, Unterdrückung und Armut ihr Leben. Sie wohnen illegal am Rande der Großstadt, ihre Eltern haben einfache Holzhütten gebaut, weil Häuser aus Stein nicht genehmigt und nicht selten von lokalen Behörden oder Großgrundbesitzern mit riesigen Baggern dem Erdboden gleich gemacht werden. Gewalt herrscht in den Familien, an den Schulen, auf den Straßen.
Konfliktbewältigung, Toleranz, Zuverlässigkeit und Vertrauen müssen diese jungen Menschen mühselig erlernen und erfahren. Diese Wertevermittlung kann auch und sogar sehr wesentlich durch eine gezielte Sporterziehung geschehen.
Lage des Projektes
In den vergangenen Jahren hat sich CSI am Bau eines vom Staat mitfinanzierten Sozialzentrums in Riacho Grande beteiligt. Es liegt am Rande von São Bernardo do Campo im Staat São Paulo inmitten des Atlantischen Waldes. In diesem weitgehend unerschlossenen Gebiet suchen Menschen Zuflucht, die sich vergeblich um Arbeit in Südamerikas größter Wirtschaftsmetropole bemüht haben. Das Gebiet am großen Fluss ist Heimat aller „Verlierer“ geworden, Heimat derer, die es nicht geschafft haben, ein kleines Stück vom steigenden Wohlstand der Großstadt für sich zu ergattern.
Materielle Armut, Unterernährung, Analphabetismus, Gewalt, Alkohol- und Drogenexzesse kennzeichnen den traurigen Alltag in den Elendsvierteln Riacho Grandes.
Unser Partner
Die „Missionnaires de l’Immaculée – P. Kolt be“ sind der lokale Partner von CSI. Seit n Jahren kümmern sie sich um die Bevölkerung in den Favelas. Lagen die Anfänge eher bei der direkten materiellen Unterstützung durch Hilfsgüter, so wurden mit dem Bau des Sozialzentrums in Riacho Grande neue Maßstäbe gesetzt. Ziel ist es, Jugendliche außerhalb der Schulzeiten mit entsprechenden Weiterbildungsprogrammen zu fördern. Kurse in portugiesischer und englischer Sprache, Kunstunterricht m und Austauschkreise zu philosophischen -Fragen gehören ebenso zum Angebot wie Lernspiele für die ganz Kleinen. Das Zentrum wurde am 13. März 2009 offiziell eingeweiht.
Unser Projekt
Das Sozialzentrum hat sich durch die ver-schiedenen Angebote zum Ziel gemacht, diesen benachteiligten jungen Menschen , neue Lebensmöglichkeiten zu eröffnen. Ge, schieht dies durch die ganz praktischen -Lernkurse, so ist in den Augen der Verant. wortlichen des Zentrums Wertevermittlung nicht minder wichtig. Viele dieser Jugendlichen erlernen angemessene Verhaltensweisen nur unzureichend oder gar nicht und zwar weder im Elternhaus noch in der Schule. Bewegung und Sport sind wesentliche Teile der Persönlichkeitsbildung. Durch den Sport können der Jugend Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Leistungsbereitschaft und Rücksichtnahme auf den Partner vermittelt werden. Diese Wertevermittlung ist Ziel des Sportprojektes im Sozialzentrum. Hier wird für alle Altersklassen ein entsprechender Sportunterricht angeboten, durch den die Kinder und Jugendlichen ganz gezielt angemessenes Verhalten erlernen und einüben können. Es geht dabei um das Meistern von Konfliktsituationen, den Umgang mit Außenseitern, Fairness, Teamfähigkeit, den Umgang mit Freude, Wut, Ärger und Aggressionen sowie die Förderung der Zuverlässigkeit. Deshalb sieht das Projekt neben der Instandsetzung eines bestehenden Sportplatzes die Anschaffung des Sportmaterials (wie verschiedene Ballsorten und entsprechende Kleidung) auch die professionelle Betreuung durch einen diplomierten Sportlehrer vor. Die Bewertung der Verhaltensweisen der Kinder sowie deren gesundheitliche Überprüfung werden sowohl zu Beginn des Unterrichts als auch während und nach Abschluss der Kurse durchgeführt.
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