Lehrer- und Schulmangel

EnseignantsLehrer sind der Faktor, der den größten Einfluss auf die Qualität der Bildung hat. Sie geben den Kindern die notwendigen Hilfsmittel mit, um Probleme zu analysieren, zu lösen und ihr Wissen effizient nutzen, um ein gesundes und würdiges Leben zu führen. Aber in manchen Ländern gelingt es nicht, die Lehrer angemessen auf ihre Aufgaben vorzubereiten, sie zu unterstützen und zu motivieren. Folglich fehlt es vielen eingeschulten Kindern an Basiskompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen.

Man schätzt, dass bis 2030 68,8 Millionen Lehrer fehlen werden, um jedem Kind den Zugang zur Grund- und Sekundarschule zu ermöglichen. Die Länder in Subsahara-Afrika und Südasien sind vom Lehrermangel am meisten betroffen.

Der Ausfall von Schulstunden ist eine Herausforderung, mit der viele Schulsysteme konfrontiert sind: in Lateinamerika gehen im Schnitt etwa 20 % der Unterrichtsstunden verloren. Dabei verschwenden die Fehlstunden beträchtliche Mittel. Die Reduzierung der ausgefallenen Unterrichtsstunden wäre zehn Mal rentabeler, um die Kontaktzeiten zwischen den Schülern und den Lehrern zu erhöhen, als die Einstellung zusätzlicher Lehrkräfte.

Quellen: Weltbank / Aide et Action

 
 
 
 

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Konflikt - verheerende Folgen auf allen Ebenen

Konflikte sind eine der größten Bildungshürden. Die Wahrscheinlichkeit, dass Flüchtlingskinder nicht in die Schule gehen ist 5 x höher.

Laut UNICEF gehen 27 Millionen Kinder in Konfliktgebieten nicht zur Schule.

In Zeiten von Notstand und Konflikten ist Bildung für die Eltern oberste Priorität, denn sie bringt Normalität und Struktur in ein sonst instabiles Umfeld.

„Die Lücken in der Kinderausbildung schaffen eine Leere in ihrer sozialen Entwicklung“, so die Bildungsexpertin von UNICEF. „Es geht auch um die humanitäre Entwicklung eines Landes, denn durch Bildung können wir eine Friedenskultur aufbauen“. Ohne Ausbildung können Armut und Instabilität sich verwurzeln und so den folgenden Generationen schaden.

Conflict„In Zeiten von Konflikten und Unsicherheit ist das Wahren des Zugangs zu Bildung von lebenswichtiger Bedeutung für den Schutz und die Entwicklung der Kinder,“ so der neueste Bericht von „Save the Children“. „Wenn Schulen sicher sind vor Angriffen und andere Gefahren können sie einen wichtigen Beitrag zur Normalität leisten“.

86% der Flüchtlinge weltweit leben in Entwicklungsländern, mehr als ein Viertel in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Die Regierungen dieser Länder haben oft schon große Mühe, den einheimischen Kindern überhaupt eine Bildung anzubieten und sind völlig überfordert mit der neuen Aufgabe Schulplätze zu finden, Lehrer auszubilden und Schulmaterial für hunderte oder sogar tausende Kinder anzuschaffen.

 
 
 
 

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Minderheit und Ausgrenzung gehen oft einher

MinoritMinoritäten auf der ganzen Welt leiden unverhältnismäßig unter ungleichem oder beschränktem Zugang zu einer qualitativen Bildung.

In den meisten Fällen ist eine Minorität ein zahlenmäßig kleinerer Teil der Bevölkerung. Minoritäten haben normalerweise einen starken Sinn für kollektive Identität und besitzen ausgeprägte ethnische, religiöse oder sprachliche Eigenschaften, die sich von denen der Mehrheitsbevölkerung unterscheiden.

Die Diskriminierung von Dalits im Schulsystem ist ein weitverbreitetes Problem in Ländern mit einem Kastensystem. Entfremdung, soziale Ausgrenzung und physischer Missbrauch betreffen alle Bildungsniveaus. Analphabetismus und Schulabbruch kommen unter Dalits häufig vor. Es gibt zwar Gesetze zur Verbesserung der Situation, doch werden diese nicht immer angewandt.

Die Diskriminierung und der Missbrauch, denen Dalit-Kinder in den Schulen ausgesetzt sind, sind oft so schwerwiegend, dass sie gezwungen werden, die Schule abzubrechen.

Hinzu kommt, dass Dalit-Kinder diskriminierenden Einstellungen von Schulkameraden und der Gemeinschaft als Ganzes ausgesetzt sind, besonders von höheren Kasten-Mitgliedern, die die Bildung von Dalits als Gefahr für die Hierarchie sehen.

Quellen:

https://www.ohchr.org

https://idsn.org

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Behinderung - eine Bildungsschranke

HandicapBildung ist einer der effizientesten Wege, um den Zyklus der Diskriminierung und der Armut, mit dem behinderte Kinder oft konfrontiert sind, zu durchbrechen.

Laut dem Weltbericht über Behinderung leben weltweit fast eine Milliarde Menschen mit einer Behinderung: mindestens 10% davon sind Kinder und 80% leben in den Entwicklungsländern. Kinder mit einer Behinderung haben deutlich schlechtere Chancen, eine Schule zu besuchen, und wenn sie es dennoch tun, ist das Risiko hoch, dass sie die Sekundarschule nicht abschließen. Ihr Zugang zu Bildung ist oft eingeschränkt, da ihre Bedürfnisse nicht verstanden werden, geschulte Lehrer, pädagogisches Material, eine angepasste Infrastruktur und die Unterstützung in der Klasse fehlen.

In den Entwicklungsländern hat eine Behinderung oft zur Folge, dass die Kinder ihre Rechte nicht vollständig ausüben können, was verheerende Konsequenzen für ihr späteres Leben nach sich zieht.

Kinder mit einer Behinderung haben 10 Mal weniger Chancen eine Schule zu besuchen als gesunde Kinder. Diese Zahl erklärt sich zunächst durch die Diskriminierung, mit der die Kinder konfrontiert sind, aber auch durch die Armut der Familien, die nicht über angemessene Mittel (z. B. Rollstuhl) für den Transport verfügen und zuletzt durch die Schulinfrastruktur, die den betroffenen Kindern den Zugang oft erschwert. Die Nicht-Einschulung erzeugt einen Teufelskreis, da sie die Sozialisierung des Kindes verhindert und es noch mehr vom Rest seiner Gemeinschaft isoliert.

Quellen: https://www.globalpartnership.org/fr/focus-areas/children-with-disabilities

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Der schwere Schicksal mancher Mädchen

Leider hat das Geschlecht in manchen Ländern immer noch einen Einfluss auf die Bildungschancen.

FilleMädchen in armen, ländlichen Gebieten – vor allem in Afrika - haben sehr schlechte Chancen auf Bildung. Da ein Mädchen oft als eine „Last“ angesehen wird, entscheiden die Eltern manchmal, es früh zu verheiraten oder es arbeiten zu lassen. In manchen Gesellschaften ist die Bildung von Mädchen gar nichts wert, weil sie im Widerspruch zur Tradition steht. Auch wenn das Mädchen in die Schule geht, so hat es aufgrund von viel Hausarbeit kaum Zeit zum Lernen. Mädchen sind in der Schule und auf dem Schulweg zudem häufiger mit Gewalt konfrontiert, was manche Eltern dazu veranlasst, ihnen den Besuch einer Schule zu verbieten.

Weltweit schließen 89 % der Mädchen die Grundschule ab, aber nur 77 % die Sekundarschule. In den Ländern mit geringem Einkommen beläuft diese Zahl sich für die Grundschule auf 2/3 und für die Sekundarschule auf 1/3.

Die Bildung von Mädchen hat positive Auswirkungen auf:

  • Einkommen und Lebensstandard
  • Heirat und Schwangerschaft
  • Fruchtbarkeit und demografisches Wachstum
  • Gesundheit, Ernährung und Wohlbefinden
  • persönliche Entwicklung und Entscheidungsfindung
  • Sozialkapital und Institutionen.

Ein interessantes Buch zu diesem Thema: „What works in girls‘ education“.

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