Eindrucksvolle Projektreise nach Afrika

DSC 1386Am 4. März sind unsere Mitarbeiterinnen Véronique und Sandra zu einer zehntätigen Projektreise nach Afrika aufgebrochen. Insgesamt standen 4 Stationen auf dem Programm, wobei das Hauptaugenmerk jedoch auf den Städten Uvira und Goma in der DR Kongo lag, da wir dort seit Januar 2017 mit zwei neuen Partnerorganisationen zusammenarbeiten.

Erste Station: Ruanda

Los ging es jedoch in Ruanda, wo wir zusammen mit der „Maison Shalom“ ein Projekt umsetzen, das es burundischen Flüchtlingskindern

ermöglicht, einen Kindergarten zu besuchen. Da wir das Projekt bereits im Januar 2017 besucht hatten, blieben wir nur einen Tag vor Ort. Wir besuchten einen Kindergarten nahe Kigali, tauschten uns mit der Maison Shalom aus und trafen einige Projektteilnehmer mit ihren Eltern.

Von Ruanda in den Kongo - zwei Welten treffen aufeinander

DSC 0992 kleinSchon am nächsten Tag ging es weiter nach Uvira, der zweiten Station unserer Reise. Doch erst einmal mussten wir über die ruandisch-kongolesische Grenze. Dieser Grenzübergang könnte kontrastreicher kaum sein. Schon nach den ersten Metern im Kongo merkt man, dass hier ein anderer Wind weht: Es ist viel schmutziger, die Leute sind ärmer, die Straßen sind schlechter und überall sieht man Kinder, die offensichtlich nicht zur Schule gehen. Ein großer Kontrast zum für afrikanische Verhältnisse recht weit entwickelten Ruanda.

In Uvira arbeitet CSI mit den Don Bosco Salesianern zusammen. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen, die nie zur Schule gegangen sind oder die die Schule abbrechen mussten, eine Ausbildung zu ermöglichen. Sie werden ein Jahr lang im Ausbildungszentrum der Salesianer alphabetisiert und steigen dann in eine dreijährige Berufsausbildung ihrer Wahl (Nähen, Schweißen, Schreinerei) ein. In naher Zukunft soll auch eine Ausbildung im Bereich Agronomie starten, was angesichts der Fruchtbarkeit des Landes durchaus sinnvoll ist.

Projekt noch in den Kinderschuhen

DSC 0815 kleinDie Aktivitäten in Uvira stehen zurzeit noch ziemlich am Anfang. Letztes Jahr wurden 5 Klassenräume renoviert und eine Drainage um das Ausbildungszentrum gelegt. Derzeit wird ein Toilettenblock gebaut. Was die Anzahl Projektteilnehmer angeht, ist jedoch durchaus noch Luft nach oben. Mit den richtigen Maßnahmen (Sensibilisierung, engere Begleitung, evt. Transport zum Zentrum) müsste es jedoch machbar sein, mehr Jugendliche zu erreichen. Wenn man sich anschaut, was die Salesianer an anderen Orten im Kongo aufgebaut haben, kann man nur zuversichtlich sein, denn sie alle haben mal klein angefangen…

Projekt in Goma – andere Ausgangslage

Am 8. März brachen wir in die 300 km nördlich von Uvira gelegene Stadt Goma auf. Die vierstündige Fahrt über die kongolesischen „Straßen“ war äußerst strapaziös, aber landschaftlich sehr reizvoll. Und da eine Unterhaltung aufgrund des ständigen Klappern des Wagens nicht möglich war, konnten wir die Natur umso mehr genießen.

DSC 1328 kleinIn Goma angekommen, trafen wir erstmals die Mitarbeiter unserer lokalen Partnerorganisation „Jesuit Refugee Service“ (JRS), die sich für die Bildung von Flüchtlingskindern einsetzt. Da es in der Gegend um Goma immer wieder Unruhen gibt, sind hunderttausende Kongolesen innerhalb des Kongo auf der Flucht. Viele von ihnen haben sich in Flüchtlingscamps niedergelassen, wo sie in sehr ärmlichen Verhältnissen darauf warten, in ihre Heimat zurückkehren zu können, oft vergebens. Zu allem Überfluss haben einige große Hilfsorganisationen sich 2017 zurückgezogen und mehrere Flüchtlingscamps wurden geschlossen, was auch die Ausgangslage für uns verändert hat: Ursprünglich sollten im Rahmen des Projekts 500 Kinder aus 6 Flüchtlingscamps Zugang zu einer Grundschule erhalten. Nun werden jedoch auch kongolesische Flüchtlingskinder unterstützt, die nicht in Flüchtlingscamps leben

Binnenflüchtlinge im Mittelpunkt des Projekts

DSchule Kimoka kleinie Kinder, die am Projekt teilnehmen, erhalten Zugang zu einer Grundschule. Die Schulgebühren (im Schnitt 40 €/Jahr) werden zur Hälfte über das Projekt finanziert, die andere Hälfte soll von den Eltern übernommen werden. In diesem Zusammenhang werden die Eltern für die Bedeutung von Bildung sensibilisiert und sie lernen, dass auch sie einen Beitrag zur Bildung ihrer Kinder leisten müssen. In vielen Fällen schaffen sie es jedoch trotz harter Arbeit nicht, das Geld aufzubringen. So müssen die Schulen mit minimalen Mitteln auskommen: Einfache, viel zu kleine Plastikplanen oder Wellblechplatten dienen als Wand, sodass die Schüler und Lehrer in der Regenzeit nass werden, die Bänke und Tische bestehen aus notdürftig zusammengesetzten Holzbrettern.

Alle Kinder bekommen zudem das nötige Schulmaterial und in Kürze sollen sie bei Bedarf eine psychologische Begleitung erhalten. Um die Qualität der Bildung zu gewährleisten, nehmen die Lehrer an Weiterbildungen teil. Das Projekt läuft – auch dank der Kompetenz des JRS – sehr gut und wir sind froh, zumindest einigen der zehntausenden Kinder, die innerhalb des Kongo auf der Flucht sind, anhand von Bildung eine Chance auf ein besseres Leben zu bieten!

Nach einem kurzen Abstecher nach Nairobi, wo wir unsere südsudanesische Partnerorganisation, die „Bishop Macram Gassis Rescue and Relief Foundation“ zu einer Versammlung trafen, ging eine eindrucksvolle Reise zu Ende! 

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